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Die Eisenzeit
Der letzte Teil der Urnenfelderzeit
ist schon der Hallstattzeit (1000-500 v. u. Z.) und damit der Eisenzeit
zuzurechnen. Die Hallstattkultur wurde nach dem bedeutendsten Fundort Hallstatt
im Salzkammergut benannt. Der bedeutendste Fund dieser Epoche in unserer
Gegend ist wohl das 1880 freigelegte Fürstengrab in Hügelsheim.
Es handelt sich dabei um einen ca. 3,50 m hohen Sandhügel mit 70 m
Durchmesser - „den Heiligenbuck“ - in dem Reste eines zweirädrigen
Wagens, Teile eines Pferdegeschirres, das Fußende einer Schlangenfibel
und kleine Stücke von Bronzegefäßen gefunden wurden (17).
Vom Bestatteten selbst wurden ein Teil des Kiefers mit drei Zähnen
und ein Stück Armknochen gefunden .
Ein kleinerer Grabhügel wurde
1894 beim Bau der strategischen Bahn auf Iffezheimer Gemarkung angeschnitten.
In ihm wurde u.a. eine etruskische
Vase gefunden. In der näheren Umgebung dieses Grabes wurde in
einem älteren Grab ein Spinnwirtel und Bruchstücke von Kleinstgefäßen
entdeckt.
Gegen 500 v. u. Z. erschienen die
indogermanischen Kelten oder Gallier, im Volksmunde auch die Welschen genannt,
in unserer Gegend und übernahmen die Vorherrschaft. Sie sind damit
die ältesten geschichtlich bekannten Bewohner unseres Landstriches.
Mit ihnen begann die Kulturepoche der La Tène - Zeit (500-100 v.
u. Z.). Diese Kultur, benannt nach ihrem bedeutendsten Fundort am Neuenburger
See, verdrängte noch mehr die Bronze, welche als Schmuckobjekte dann
nur noch ein Nischendasein fristete. Mit den Kelten hielt der Geldverkehr
Einzug in die obere Rheinebene und den Schwarzwald. Die Kelten kannten
auch die Schrift, für welche sie die Zeichen des griechischen Alphabetes
nutzen (13). Aus dieser Zeit stammt
eine 1934 nördlich des Sandbacheinschnittes ins Hochufer gefundene
Schale, sowie Scherben, welche südlich des Sandbaches gefunden wurden.
Ebenfalls in diese Zeit gehören die 1953 in der Gartenstraße
2 gefundenen Eisen-Masseln,
bei denen bei der Ausgrabung noch die Spuren der sie umgebenden Holzkiste
entdeckt wurden. Vielleicht versteckte hier ein Schmied oder Eisenhändler
seinen Vorrat vor den anrückenden germanischen Sueben, welche im ersten
Jahrhundert vor der Zeitenwende in unsere Region eindrangen und die Kelten
über
den Rhein zurückdrängten. Diese kräftigen, notdürftig
in Tierfelle gehüllten Gesellen tranken mit Vorliebe ein aus Gerste
gebrautes Bier und ergaben sich, auf einer Bärenhaut ausgestreckt,
ganze Tage dem Trunke und dem Würfelspiel (13).
Dennoch gelang es ihnen, das ganze rechtsrheinische Gebiet am Oberrhein
zu besetzen und unter ihrem Heerkönig Ariovist den Rhein zu überschreiten
und weiter nach Süden vorzudringen.
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