Ortsverband Iffezheim des DRK

 

„Edel sei der Mensch, hilfreich und gut“, diese Verse aus Johann Wolfgang von Goethes „Das Göttliche“ prangen auf der Fahne des DRK-Ortsvereins Iffezheim und mögen für den damaligen Bürgermeister Albin König, Schulrektor Adolf Langmantel und Forstwart Johann Werner ebenso Antriebsfeder gewesen sein, einen Ortsverband des Deutschen Roten Kreuzes zu gründen, wie die Notwendigkeit, die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr mit einem Sanitätsdienst zu unterstützen. Am 5. November 1966 trafen sich dreißig interessierte Bürger zur Gründungsversammlung im Bürgersaal des Rathauses, um den Ortsverband aus der Taufe zu heben. Johann Werner und Adolf Langmantel waren die ersten Vorsitzenden. Die Gemeinde griff dem neuen Verein mit 2 000 Mark Startkapital für die nötige Grundausstattung unter die Arme, berichtet Siegbert Heier im Festbuch des Ortsverbandes. Mindestens 70 Mitglieder  sollte der Ortsverband haben, bevor er vom Kreisverband anerkannt werden sollte. Klinken putzend liefen die Kameraden von Haus zu Haus, um Mitglieder zu werben. Das selbst gesteckte Ziel wurde weit um das Doppelte übertroffen.

Kein halbes Jahr später, am 13. März 1967 wurde die DRK-Bereitschaft mit 37 Personen gegründet. Viele davon hatten zu Beginn des Vorjahres einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert. Der neu gewählte Vorsitzende Erwin Ehreiser überraschte die Anwesenden mit der Ankündigung, daß Decken, Übungsmaterial und Schulungstafeln, sowie eine Trage bestellt seien. Verbandsmaterial und Schutzkleidung ständen als nächstes auf der Liste. Da die Bereitschaft noch keine eigenen Räume besaß, wurde ihr Material in verschließbaren Schränken im alten Feuerwehrhaus in der Lindenstraße unterhalb der Kirche untergebracht. Als erste Aufgabe für die neu gegründete Bereitschaft hatte Bürgermeister König bereits einen Blutspendetermin Anfang Mai 1967 organisiert, zu dem 220 Spender kamen.

Wegen der fehlenden Mittel mußten die Kameraden nicht nur Freizeit zum Wohle des Nächsten opfern, sondern sich auch mit Barem an ihren Uniformen beteiligen. Vom Kreisverband organisierte Haus- und Straßen-, sowie Altkleider- und Altpapiersammlungen waren zur Mittelbeschaffung an der Tagesordnung. Wobei der Kreisverband kräftig seine Hand aufhielt, so Chronist Heier, der damals die Kasse führte. Durch die Rennbahnbewirtung errang der Ortsverband seine finanzielle Unabhängigkeit und stellte allmählich die Sammlungen ein.

Für besondere Freude sorgte im Gründungsjahr die erfolgreiche Sanitätsprüfung von 26 Mitgliedern der Bereitschaft, die sich durch 32 Stunden Theorie und Praxis im Kolpinghaus gequält hatten.

Ohne eigen Räume diente der Ratsaal den 14-tägigen Bereitschaftstreffen zur Schulung und Weiterbildung. Die umständliche Herbeischaffung der Gerätschaften aus dem Feuerwehrhaus, führte dazu, daß nicht immer alles wieder verräumt wurde und bei Trauungen Trage, Decken und Koffer in der Ecke standen. Dies änderte sich mit dem Bau der Maria-Gress-Schule, wodurch in der Grundschule Räume frei wurden. 1981 erfolgte dann der Umzug in das DRK-Heim im neugebauten Feuerwehrhaus, das mittlerweile in die Jahre gekommen ist und in dem der Ortsverein mit Schimmel zu kämpfen hat.

Der „neigeschmeckte“ Rotkreutzler Klaus Grunert scharte 1975 eine stattliche Anzahl interessierter Jugendlicher als Grundstock für das Jugend-Rot-Kreuz um sich. Durch die erfolgreiche Jugendarbeit geht der Bereitschaft der Nachwuchs nicht aus.

Neben den regelmäßigen Blutspendeterminen und Rennbahneinsätzen ragen einige Ereignisse aus dem Alltag der Bereitschaft heraus: 1970 der Bahnunfall mit einem Kesselwagen hochexplosiven Inhaltes, bei dem die evakuierte Bevölkerung in der Festhalle versorgt wurde; 1985 Großbrand in einem Schweinemaststall im Spitzenweg; 1990 Versorgung der Einsatzkräfte bei einem Brand im Industriegebiet.

In das Dorfleben ist de Ortsverein bestens integriert, stellt er doch für Veranstaltungen gerne Bereitschaft ab, auch wenn jeder froh ist, daß deren Hilfe nie in Anspruch genommen wird. In der Adventszeit richtet der Verein einen besinnlichen Sonntagnachmittag für die älteren Mitbürger aus. Diese sind auch Zielgruppe der Präventionsmaßnahmen der Gymnastikgruppen des Vereins.

 

Euer Kommentar an Matthias
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