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Das Aussenlager
Iffezheim des KZ's Natzweiler-Struthof
Ein düsteres Kapitel dieser Zeit
ist das Außenlager Iffezheim des im September 1940 im Elsaß
errichteten KZ's Natzweiler-Struthof.
Wann genau im Jahre 1942 das Lager Iffezheim errichtet wurde, läßt
sich nicht mehr feststellen; es existieren bei der Gemeindeverwaltung keine
Unterlagen darüber. Diese wurden vermutlich damals vernichtet. Das
Lager befand sich in etwa auf dem Gelände der heutigen Pferdeklinik
nördlich der Rennbahn und wurde hermetisch von der Außenwelt
abgeschlossen, so daß kaum etwas nach außen drang. Laut [28]
Roman Huber fertigten die Insassen - vornehmlich polnische Intelektuelle
- Kisten für die Firma Wein-Müller in Rastatt, welche zum Warentransport
für die SS benutzt wurden. Die Lagerinsassen wurden kaum außerhalb
des Lagers angetroffen. Einmal mußten sie jedoch am Bahnhof der Schmalspurbahn
Barackenteile und sonstige für das Lager bestimmte Güter ab-
und verladen. Hierbei sahen einige Bewohner wohl zum ersten Male die ausgemergelten
Gestalten. Während die Gefangenen zum Mittagessen in das Lager
zurückgeführt wurden, versteckten die Anwohner Obst und Brot
zwischen der Ladung.
Im Lager besonders gefürchtet
war der als „Henker-Fuchs“ bezeichnete Unteroffizier Fuchs aus der Lahrer
oder Kehler Gegend. Er brüstete sich damit, anläßlich des
Todes seines Sohnes in Rußland 6-10 Häftlinge in Schirmeck erhängt
zu haben. Beim Angriff auf die nördlich des Lagers gelegene Flakbatterie
im September 1944 kam der damalige Lagerleiter Lt. Fleischmann ums Leben.
Am 4. April 1945 wurde Karlsruhe
von den Franzosen eingenommen, welche dann entlang der Rheinebene nach
Süden vorrückten. Sie wurden bei Mörsch auf ihrem Vormarsch
aufgehalten, was die Lagerbesatzung dazu nutzte, das Lager -vermutlich
Richtung Dachau- zu „evakuieren“. Die Iffezheimer machten sich gleich über
das Lager her und plünderten, was nicht niet- und nagelfest war: Hobelbänke,
Herde, Bretter, Balken... . Der Schrecken war groß, als der Henker-Fuchs
plötzlich zurückkehrte und vom damaligen Leiter der Gemeinde,
Heinrich Hertweck, verlangte, innerhalb von 24 Stunden müsse die Lagereinrichtung
wieder hergerichtet sein, ansonsten würde er das Dorf an allen vier
Ecken anzünden lassen. Die beratschlagenden Honoratioren wußten,
daß dies nicht mehr möglich sein würde und beschlossen,
falls Henker-Fuchs zurückkehre, diesen „mit dem Beil zu erschlagen“.
Es kam jedoch nicht soweit. Henker-Fuchs tauchte unter, wurde jedoch aufgegriffen,
vom französischen Militärtribunal in Rastatt zum Tode verurteilt
und in der alten Kiesgrube in Sandweier, wie viele andere Kriegsverbrecher,
erschossen( 28).
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