Da Dobler

Zu Zeiten als im badischen Land keine hl. Messen (gemeint dürften katholische Messen sein) gelesen werden durften, kam aus dem benachbarten Beinheim/Elsaß des öfteren ein Mann namens Dobler nach Iffezheim. Die Iffzer gaben diesem Geld, damit dieser in Beinheim Messen stiften solle.
Mit Geld und Silber, Gulden und Geld fuhr Dobler mit der Fähre vom Fahreck über den Rhein ins Elsaß. Jedoch wurden von dem Geld keine Messen gelesen, sondern der Schwindler verpraßte alles.  Als Dobler starb, konnte seine Seele keine Ruhe finden und irrte fluchbeladen, einen Übergang suchend am jenseitigen Rheinufer von Mitternacht bis in die Morgenfrühe auf und ab.
Fischer, welche in den Altwässern am Fahreck oder am Alten Talweg ihre Netze warfen, hörten manchmal den Ruf: „Hole, hole über!“, worauf der Fährmann abstieß, in der Meinung Reisende oder Bauern auf ihrem Weg zu den Märkten in Rastatt oder Baden-Baden bäten um Überfahrt. Kaum hatte die Fähre die Mitte des Stromes, da wo der Bannscheidt verläuft, erreicht, da erklang schallendes Gelächter, Würfelrollen, Geldklimpern und Gläserklang. Da wußte der Fährmann, daß ihn der „Dobler“ wieder genarrt hatte und kehrte um. Am Ufer warfen gerade der Brenner Fritz und der Fischer Leopold ihre Netze ins Druhbord, da meinte einer: „Da Dobler giht no imma um un widda isch ä Meß d'Gurgl na!“ Da läutete im Dorf die Betglocke und der Spuk verschwand. (16)
 
Euer Kommentar an Matthias
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