|
|
| Iffze.de
> Baden > Geschichte
|
Die
Vorgeschichte Badens
Die
Alemannen und Franken
Im Jahre
260 überschritten die Alemannen den Limes und drängten
die Römer über den Rhein zurück. Bei diesen
Kämpfen wurden viele römische Bauten zerstört.
Beim Versuch Königs Chnodomars auch die linksrheinischen
Gebiete zu besetzen, stießen die Alemannen auf erbitterten
römischen Wiederstand und wurden 357 bei Straßburg
geschlagen (17). Die
Alemannen übernahmen in dem besetzten Land die besten
Ländereien und überließen die schlechteren
den nun unfreien und leibeigenen zurückgebliebenen Kelten
und Römern. Sie rotteten das unter den Römern verbreitete
Christentum wieder aus. Der Versuch das alemannische Gebiet
nach Norden abzusichern, führte zum Konflikt mit den
Franken. 496 wurden die Alemannen bei Zülpich unweit
Bonns von dem Frankenkönig Chlodwig geschlagen. In der
Folge besetzten die Franken das heutige badische Land etwa
bis zur Oos (13). Wenig
später fiel auch das restliche alemannische Gebiet unter
fränkische Herrschaft. Die alemannisch-fränkische
Sprachgrenze verläuft jedoch weiterhin auf einer Linie
Eichelberg-Beinheim, wodurch sich die starken Ausspracheunterschiede
zwischen benachbarten Orten unserer Region erklären (7).
Charakteristisch für
diese Zeit sind die „Reihengräber“. Meist wurden die
Leichen in ca. 1 m tiefen Erdgruben, welche teilweise mit
Steinplatten ausgelegt und bedeckt waren, beigesetzt. Einzelgräber
sind seltener, häufiger sind Friedhöfe, bei denen
die Gräber in Reihen angeordnet sind (13).
Die
Mortenau und das Ufgau
Das Herrschaftsgebiet
der Franken war in Bezirke, den Gauen, mit jeweils einem Gaugrafen
an der Spitze eingeteilt. Die Gaugrafen wurden vom König
bzw. Kaiser eingesetzt und übten im Gau die herrschaftliche
Gerichtsbarkeit aus. Sie hoben zum Kriegsdienst aus und waren
die Anführer der Truppen. Mit der Zeit und der Ausbildung
des Lehenswesens ging das Gaugrafenamt in ein erbliches Lehen
über. In unserer Region gab es die Gaue „Ortenau“ und
„Ufgau“ (13, 34,
35).
Die Ortenau erstreckte
sich von der Bleich, einem Nebenfluß der Elz, bis zur
Oos und dem Unterlauf der Murg. Bis in das 16. Jahrhundert
hieß sie „Mortenau“ - aus der keltischen Urform Moridunum
(„Sumpfland“). Das „M“ fiel dem Volksmund zum Opfer. Mortenau
bezeichnet ziemlich genau den Charakter der damaligen Landschaft.
Die zwischen Kinzig und Murg - dem Bergrhein - und dem eigentlichen
Rhein gelegene Landschaft glich einer von Altwassern und Sümpfen
durchzogenen Insel. Die südöstlich von Iffezheim
gelegenen, auf „-tung“ endenden Orte wie Kartung, Weitenung,
Schiftung erinnern daran. „tung“ bzw. „dunk“ bezeichnet eine
Erhöhung oder Sandbank im sumpfigen Gelände (13).
Die Orte der Mortenau,
gehörten zum Bistum Straßburg und nicht wie die
Orte des Ufgaues zum Bistum Speyer.
Das Ufgau zog sich von
der Oos und dem Unterlauf der Murg bis zur Alb. Als erste
urkundlich erwähnten Gaugrafen des Ufgaus gelten Gebhard
(940), Kuno (Konrad) (987-995) und Adalbert (1041) (13).
Die
Gaugrafen der Mortenau und die Zähringer
Die
Gaugrafschaft Mortenau wird schon in Urkunden des Jahres 763
u.Z. erwähnt (Quid Ernust in Alamannia vel in Mordunouva
visus est habere...) (32).
Sie gehört zum Königreich Schwaben, welches das
südliche Baden, die deutsche Schweiz, das Elsaß,
Württemberg und das bayrische Schwaben umfaßt.
In einer Urkunde vom 26.05.888 begegnet uns Ebarhardt als
erster beglaubigter Gaugraf der Mortenau. Im Jahre 926 wird
Bernold als Gaugraf und Kinzigdorf, das spätere Offenburg,
als Malstätte erwähnt. Nach Urkundenlage war in
der Zeit von 961-1003 Cuonrad oder Cuono Gaugraf der Mortenau.
Heinrich II. Kaiser des Heiligen Römischen Reiches deutscher
Nationen schenkt im Jahre 1007 Teile der Mortenau dem von
ihm gegründeten Bistum Bamberg. Ab 1010 erscheinen mit
Bezzelin (+1024), dem Sohn Bertholds des Grafen des Breisgaues,
der dort die Vogteirechte des Bistums Basel ausübte,
die Zähringer als Besitzer der Mortenau. Der Sohn Bezzelins,
Berthold I. der Bärtige (+1078), wird 1061 mit dem Herzogtum
Kärnten und der Mark Verona belehnt. Gerüchteweise
soll er sein Herzogtum nie betreten haben. Mit Erlangung der
Herzogswürde von Kärnten gab Berthold I. anscheinend
die Verwaltung sämtlicher Grafschaften außer dem
Breisgau ab. Wir begegnen daher 1064 dem Grafen Wernhard als
Gaugrafen der nördlichen Mortenau und Luitfrid als dem
Grafen der südlichen Mortenau. Von 1070-1092 war Burkhard
von Stauffenberg Gaugraf der Mortenau.
Das Geschlecht der Zähringer
teilt sich unter den drei Söhnen Bertholds I..
Hermann als ältester erhält die Mark Verona und
das Breisgau, Berthold begründet mit dem Kärntener
Erbe die herzogliche Linie, während Gebhard zunächst
Mönch und dann später Bischof von Konstanz wird.
Wir werden hier nur die
durch Hermann I. (+1074), begründete Linie verfolgen.
Hermanns Erbe bestand wie beschrieben aus dem Markgrafentitel,
welcher ihn in den Reichsfürstenstand erhob, zahlreichen
Gütern bei Baden(-Baden) im Ufgau und einigen schwäbischen
Besitzungen. Hermanns I. Heirat mit Judith aus dem Grafengeschlecht
derer von Calw brachte ihm Besitzungen im nördlichen
Schwarzwald. Diese bildeten zusammen mit dem Besitz um Baden
die Keimzelle des späteren Badens. Hermann I. verstarb
1074 als Mönch in Cluny, dessen Kloster er 1073 beitrat.
Sein Sohn Hermann II. (+1130)
wird 1102 als Gaugraf des Ufgaues genannt. Er erbte
von seinem Vater den Titel eines Markgrafen von Verona, aber
da die Markgrafschaft Verona nie in seinen Besitz überging,
übertrug er den Markgrafentitel zunächst auf seine
Feste Limburg bei Weilheim und nannte sich Markgraf von Limburg.
Mit dem Bau und dem Bezug der Burg Hohenbaden übertrug
er den Markgrafentitel auf Baden. Er nannte sich ab 1112 Markgraf
von Baden. Hierzu ein Kommentar aus (48):
„und wenn sich die Zähringer Markgrafen von Baden titulieren
ließen, so nur deshalb, weil ihr Stammvater einmal Markgraf
von Verona war.“
Er hinterließ seinem
Sohn Hermann III. (+1160) Besitz im Markgräflerland [!],
im Breisgau und im Ufgau, sowie Backnang, den Erbteil seiner
Gemahlin. Er war ebenso wie sein Sohn Herman IV. an den Kreuzzügen
beteiligt. Hermann IV. verstarb 1190 - vermutlich an einer
Seuche - in Antiochien (43).
Er hinterließ drei Söhne, von denen einer 1218
ebenfalls ein Opfer der Kreuzzüge wurde. Unter den beiden
anderen Söhnen wurden die Besitzungen aufgeteilt. Hierbei
erhielt Heinrich die Besitzungen im Breisgau und wurde
dadurch Begründer der Markgrafschaft Hachberg.
Der älteste Sohn,
Hermann V. (+1242), erbte die übrigen Besitzungen, wobei
die Grafschaft Baden mit Besitzungen im Ufgau und im Pfinzgau
als Eigengut besonders zählt. Hinzu kommen die Herrschaft
Iburg mit Steinbach und Sinzheim, die Vogtei Selz, sowie weitere
Lehen und Eigengüter in Schwaben (Hierbei ist zu beachten,
daß das damalige Schwaben das ehemalige Herrschaftsgebiet
der Alemannen umfaßte und nicht wie heute auf Württemberg
reduziert ist). Durch seine Heirat mit Irmengard, der Tochter
Herzog Heinrichs von Braunschweig, des Pfalzgrafen vom Rhein,
erhielt er neben weiteren Besitzungen im Braunschweiger Raum
auch Pforzheim. Wahrscheinlich durch Tausch mit Braunschweiger
Besitzungen kamen Durlach als Eigenbesitz und Ettlingen als
Lehen an Hermann V.. Damit war das badische Kernland mit Baden,
Durlach, Ettlingen und Pforzheim geschaffen(43).
Die Söhne Hermanns
V., Hermann VI. und Rudolf I., übernahmen zunächst
gemeinsam das väterliche Erbe, bis Hermann VI. 1247 nach
seiner Einheirat ins österreichische Herzogsgeschlecht
dorthin zog und Rudolf I. die Alleinherrschaft über die
Markgrafschaft Baden überließ. In die gemeinsame
Regierungszeit Rudolfs I. und Hermann VI. fällt die erste
urkundliche Erwähnung Iffezheims. (Quellen: 13,
20, 31,
32, 34,
41, 43,
47, 48)
|
|

|
|
|
Copyright © 1999-2004 Iffze.de
Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, Weiterverbreitung sowie
elektronische
Archivierung der Inhalte ist nur mit schriftlicher Erlaubnis des
Herausgebers
gestattet.
|
|