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Sanierung St. Martin
Die Erweiterung und Sanierung der
Kindertagesstätte St. Martin in der Kapellenstraße erweist sich als
aufwendig. Bevor die Überreste eines Lazarettbunkers auf dem
Parkplatz des Kindergartens entfernt werden können, muß eine
Untersuchung auf Kampfmittelreste erfolgen.
Laut Leonhard Wagenbrenner (in „Um
Rhein und Murg“, Heimatbuch des Landkreises Rastatt; Band 9; 1969)
wurden 68 Bunkerwerke des Westwalls auf Iffezheimer Gemarkung
errichtet. Ein unterirdischer Lazarettbunker, beziehungsweise seine
Ruine, steht auf dem Gelände der 1967 gebauten Kindertagesstätte
St. Martin an der Ecke Kapellenstraße / Mittelweg.

Unter dem Parkplatz liegen Bunkerreste und vielleicht Munition
Überreste dieses Bunkers stehen nun
der Erweiterung des Kindergartens im Wege. Diese soll den bestehenden
Altbau mit dem Pavillon an der Goethestraße verbinden. Unter dem
derzeit als Parkplatz genutzten Teil des Hofes liegen die Schuttreste
des Bunkers. Diese sollen freigelegt und entsorgt werden. Das Loch
soll dann in Abstimmung mit einem Statiker wieder verfüllt werden.
Diese Maßnahme gestaltet sich als aufwendig:
Die Berliner Uxo Pro Consult GmbH war
mit der Überprüfung des Verdachts auf Kampfmittelbelastung
beauftragt worden. Auf Grund von auf Luftbildern zu findenden Gräben
sahen die Berliner den Verdacht auf Kontamination bestätigt. Laut
den Beratern wurden in Stellungsbauten häufig Blindgänger entsorgt.
Es sei davon auszugehen, daß in Teilen des zu erkundenden Gebietes
noch Sprengbomben oder andere Kampfmittel vorhanden seien.

Luftbild der englischen Luftwaffe vom 19. März 1945
Es zeigt den Bahnhof und im unteren Teil
den Schützengraben, der den Mittelweg entlang verläuft.
Quelle: Emperial War Museum London
Sie empfehlen daher, die nähere
technische Untersuchung durch eine Kampfmittelsondierung durch
staatliche oder private Stellen durchführen zu lassen. Wie aus der
Sitzungsvorlage hervorgeht, empfehlen sie dringend, keine Eingriffe
in den Untergrund vorzunehmen, bevor weiterführende technische
Untersuchungen stattgefunden hätten. Bis zum Beginn der Baumaßnahme
sei keine Sperrung des Bereiches notwendig.
Laut Sitzungsvorlage erfolgen die
Arbeiten mit einer bauseitigen Kampfmittelbegleitung und müßten
daher in einem Bauabschnitt zügig und am Stück durchgeführt
werden. Der angrenzende Kleinkindspielplatz soll erhalten bleiben,
falls sich die Maßnahme nicht größer als erwartet darstelle. Mit
den Rückbau- und Erdarbeiten beauftragte der Rat einstimmig die
Iffezheimer Firma Lorenz KG zum Angebotspreis von 44 748,93 Euro. Sie
habe, laut Sitzungsvorlage, das im Vergleich zu den drei weiteren
Bietern wirtschaftlichste Angebot vorgelegt.
Die Kosten für den die Räumung
begleitenden Kampfmittelbeseitigungs- oder räumdienstes sind darin
noch nicht enthalten, wie Bürgermeister Christian Schmid (Parteilos)
auf Nachfrage mitteilte.
Der Auftrag zur Planung der technischen
Ausrüstung (Heizung, Lüftung, Sanitär) vergab der Rat an das
Rastatter Ingenieurbüro Wieland. Die Kosten belaufen sich laut
Bauamtsleiterin Franziska Kraft auf etwa 170 000 Euro.
Photovoltaik auf dem Feuerwehrhaus
Auf das Dach des neugebauten
Feuerwehrhauses mit DRK-Depot in der Hügelsheimerstraße wird im
Frühjahr kommenden Jahres eine knapp 80 kWp starke
Photovoltaikanlage gebaut werden. In der Ratssitzung vergangenen
Montag ebnete der Rat der Renngemeinde einstimmig den Weg dafür. Auf
Grund der Photovoltaikpflicht bei Neubauten in Baden-Württemberg,
kommt er nicht daran vorbei.
Im Gegensatz zu einer früheren
Planung, wird diese nicht von der BürgerEnergieGenossenschaft
Durmersheim, sondern von der Gemeinde Iffezheim selbst betrieben
werden. Die Verwaltung sieht in der Deckung des Eigenverbrauchs einen
größeren Nutzung, als in der Verpachtung der Dachfläche. Der
selbst erzeugte Strom soll die Unabhängigkeit des Gebäudes stärken
und die Nebenkosten senken.
Kevin Schad von der Energieagentur
Mittelbaden stellte den Räten zwei Konzepte vor: einmal mit und
einmal ohne Batteriespeicher.
Das Dach soll mit etwa 180 400-450Wp
Modulen vollständig belegt werden. Die Lösung ohne Batteriespeicher
kommt laut Herrn Schad auf etwa 78 000 Euro. Sie amortisiert sich
nach acht Jahren und wird nach einer Laufzeit von 20 Jahren 128 000
Euro erwirtschaftet haben. Die Summe ergäbe sich einerseits aus dem
nicht eingekauften Strom und dem Verkauf des überschüssigen Stroms.
Die Lösung mit Batteriespeicher, für
die sich der Rat entschied, kommt auf 87 000 Euro. Diese wieder
einzuspielen dauert etwas länger. Nach zwanzig Jahren werden 144 000
Euro auf der Habenseite stehen.
Auf Nachfrage von Gianni Tedesco (SPD)
bestätigte Bürgermeister Christian Schmid (parteilos), daß die
notwendigen Vorarbeiten bereits während der Bauausführung
durchgeführt worden seien. Die Idee des tief im Thema steckenden
Herrn Tedesco, den bei der Feuerwehr und auf der Freilufthalle
produzierten Strom gemäß dem Strombilanzkreismodell für weitere
gemeindeeigene Liegenschaften zu nutzen, wurde in das Konzept
mitaufgenommen. Die entsprechende Regelungstechnik soll mit
ausgeschrieben werden, auch wenn für die in Frage kommenden
Liegenschaften noch Stromlieferverträge bestehen. Die Verwaltung
wurde mit der Umsetzung der notwendigen Schritte beauftragt.
Keine Sirenen ohne
Fördergelder
Angesichts der Flutkatastrophe im Ahrtal beschloß der Iffezheimer Gemeinderat im November 2021 die Errichtung von drei Sirenenanlagen im Ortsetter. Als Standorte wurden damlas das Rathaus, die Maria – Gress – Schule und das Wasserwerk im Mittelweg in Betracht gezogen. 15 – 20 000 Euro wurden je Anlage veranschlagt. 10 850 Euro Fördergelder je Anlage stellte der Bund in Aussicht, wenn schnell genug beantragt wurde. Das hatte Iffezheim versäumt und ging leer aus. Auch bei der zweiten Charge (Sirenenförderung 2.0) wird die Renngemeinde ob ihres Verzuges im Hintertreffen bleiben und leer ausgehen.
Im Rahmen der Haushaltsberatung 2025 stellte die SPD - Fraktion den Antrag, die Sirenen unabhängig von Fördermitteln zu beschaffen.
Die Verwaltung sieht in den Sirenen lediglich „eine Ergänzung zu den anderen bereits vorhandenen Alarmierungsmittel, insbesondere der Benachrichtigungen über Mobiltelefone“, wie aus der Sitzungsvorlage hervorgeht. Neben den Anschaffungskosten führt die Verwaltung die Kosten für Betrieb und Wartung gegen die Sirenen ins Feld. Als Informationsquellen im Notfall führt die Vorlage die im Krisenhandbuch der Gemeinde vorgesehenen anderen Alarmierungsmöglichkeiten auf: Elektronische Lautsprecheransagen, Aushänge, Flugblätter, Pressemitteilungen, Pressekonferenzen, alternative Internetseite, Internetseite, Hörfunk und Fernehen, Gemeinschaftsmedien.
Damit sei, so die Verwaltung, die Alarmierung der Bevölkerung auf verschiedenste Weisen sichergestellt. Vor diesem Hintergrund soll die Beschaffung der Sirenen zurückgestellt und auf weitere Förderprogramme gewartet werden, so die Verwaltung.
Daniel Haas (SPD) bekräftigte, daß die Sicherheit der Bevölkerung nicht von Fördermitteln abhängig gemacht werden sollte. Sirenen seien spontan und unmittelbar einsetzbar. Über das Internet und Gemeinschaftsmedien erreiche man nicht alle Bevölkerungsgruppen. „Sirenen hören alle!“, so Haas eindringlich und appellierte, gemeinsam für die Sicherheit der Gemeinde einzutreten.
Berthold Leuchtner (Fraktionsvorsitzender der CDU) sah es anders. Man habe 2021 ohne Fördermittel keine zwingende Notwendigkeit für die Anschaffung gesehen. Er könne nicht nachvollziehen, was sich in der Zwischenzeit geändert haben solle. Für den Verwaltungsvorschlag plädierte auch Martin Schäfer für die FWG – Fraktion. Das Informationsverhalten der Menschen habe sich geändert und sei kein Vergleich mehr zu vor 40 Jahren.
Gianni Tedesco (SPD) hielt es für falsch, die Sicherheit am Geld festzumachen und unterstrich mit Verweis auf die aktuelle Weltpolitik die Notwendigkeit der Sirenen. „Warum baut der Bund Bunker?“ „Was sind uns Menschenleben wert?“. Es sei fahrlässig, jetzt nichts zu machen. Auf Nachfrage von Beatrice Müller (FWG), „Was kann uns die Sirene sagen?“ antwortete Tedesco, die Sirene hole uns aus dem Alltag heraus, damit wir uns über die Medien über die Lage informieren.
Gegen die beiden Stimmen der SPD-Fraktion votierte der Rat für den Verwaltungsvorschlag, die Anschaffung von Sirenen zurückzustellen und auf weitere Förderprogramme zu warten.
Stadtjäger für Iffezheim
Einstimmig beauftragte der Iffezheimer Gemeinderat die Verwaltung, künftig Stadtjäger einzusetzen. Sie soll die erforderlichen Vereinbarungen mit zwei sich vertretenden Stadtjägern und mit den Jagdpächtern abschließen.
In der Sitzungsvorlage beschreibt die Verwaltung den bestehenden Handlungsdruck: Seit geraumer Zeit seien vermehrt Wildtiere in den als „befriedeter Bereich“ bezeichneten Siedlungsbereich eingedrungen. Das Konfliktpotential nehme zu und würde zunehmend zu einer Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung führen.
Die vorab schriftlich gestellte Anfrage, wie viele Vorfälle mit welchen Tieren zu dieser Maßnahme geführt hätten, beantworte Bürgermeister Chrisitan Schmid (parteilos) während der Sitzung. In den vergangenen 18 Monaten sei es zu vier bis fünf Zwischenfällen mit Dachs, Fuchs, Marder, Reh und Nutria gekommen.
Die Gemeinde wolle keine Zeit verlieren, um künftig gewappnet zu sein. Damit der Stadtjäger immer erreichbar ist, sollen Vereinbarungen mit zwei sich vertretenden Personen getroffen werden.
Jürgen Walter (FWG) wies darauf hin, daß er von derzeitigen Jagdpächtern angesprochen worden sei, daß diese nach Ablegung der notwendigen Prüfung gerne das Amt übernehmen würden. Für Heiterkeit sorgte die unbeantwortete Frage, ob der Stadtjäger das im Carport erschossene Reh dem Jagdpächter überlassen müsse und der Hausbesitzer das Reh dann von diesem kaufen müsse?
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