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13. Januar 2018

 

 

4 x 11 Prunksitzung

 

Ein großartiges karnevalistisches Feuerwerk brannte der Iffezheimer Carnevals Club (ICC) zu seinem 4 x 11ten Wiegenfeste mit Tanz und Bütt und viel Kokolores ab. Nur drei Bürgermeister erlebte der ICC in seinen 44 Jahren. Eine Kontinuität, die er als eine Art Iffzer Mount Rushmore gerne in Stein gemeißelt sah, wie er mit dem diesjährigen Orden vorschlug. Wer anders als der trotz seiner 50 Jahre keinesfalls in diese gekommene Fanfarenzug Iffezheim kann das Publikum in Nullkommanix von Null auf Hundert bringen?

 

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Auf diesem gut bereiteten Boden gedieh der Narrensamen prächtig: Mit einer Rakete feierte die Narrenschar die Minigarde, die sich durch die Gassenhauer aus dem Musical „Mary Poppins“ tanzte. Bei so einem Nachwuchs braucht es einem um die tänzerische Zukunft des ICC nicht bange sein. Die Klasse der ICC - Tanzformationen unterstrich die ausgeschlafene und zur Party bereite „Dance Company“ mit ihrem umjubelten Auftritt ebenso wie die Showtanzgruppe „Soley“, die der Hölle des indischen Sklavenmarktes entflohen, befreit auftanzte. Komplettiert werden die Tanzriegen des ICC durch das Kraft strotzende Männerballett, für das an diesem Abend nur „Die Liebe zählte“ und Liebeskummer, sei es wegen eine neuen Liebe oder dem schönen jungen Mann, sich nicht lohnte. Im Tanzreigen nicht fehlen durfte die Garde der „Kollerkrotten“ aus Brühl.

Der Start in die Bütt gebührte traditionell dem Blick auf die kommunale, nationale und internationale Politik, den die Urlauber Rüdiger Zoller  mit Tochter Jessica warfen. Per Velo ging es zu Festhalle und Rathaus, Tunneleinbrüche und Stuttgart 21 bescherten den Beiden eine unvergessliche Erlebnisreise mit der Bahn. In Berlin angekommen, knöpfte sich das Duett die AfD vor und verschwand auf dem falschen Dampfer im Bermuda – Dreieck der türkischen Justiz.

Danach hielt der Kokolores Einzug in die Festhalle, bei dem die Aktiven des ICC ihr närrisches Können gekonnt ausspielten.

Durch die Liebe in Jugend und Alter nebst Äckern und Sach', Hamburgern und Chips, Fußball und Glotze, sowie Blümchen und Bienen, kalauerten sich der Haushalt führende Vater Herbert Sauter und sein Sohn Valentin.

Mit den Reimen im Reinen war Harald Schäfer, der als „Alde Feddel“ schon berufsbedingt seine Gosch nicht halten konnte und genüßlich die Mißgeschicke und Fehltritte um rückwärts dahin schleichende Spaltmaschinenzieher, junge Hatzbiertrinkerinnen, selbst färbende Klosteine und in aller Freundschaft zu Hause vergessenen Urlaubskoffern, in wunderschön gedrechselten Versen vor den Tränen lachenden Zuhörern ausbreitete.

Mit ihrem Jägerlatein keineswegs am Ende waren die Rieder Elferräte Tobias Fichte und Heiko Dürrschnabel. Statt dessen bliesen sie mit ihren Kapriolen um treibjagende Ortshäuptlinge und Schrotkugeln in Bürgermeisterhintern zum Halali auf die Lachmuskeln des Auditoriums.

„Kitchen Impossible“ hieß es für den „Sexiest Cook Alive“ (Alexander Schneider)  und den „Titanen am Herd“ (Marc Schwander) in der Kochshow von Tim Pfälzer (Holger Deutschmann). Für ihre gelungene Mission, die Lachmuskeln der Zuhörer zu erschüttern, hingegen, gab es drei Sterne.

Mit stehenden Ovationen wurde der neue Stern in der Iffezheimer Bütt gefeiert: Cassian Fritz. Der Dreizehnjährige war mit seiner aus dem tiefsten Ried stammenden Familie mehr als geschlagen. Drei ältere Brüder und eine Blondine als Mutter, die ungesunde Diäten meidend von einem Sack Pommes und fünf Wiener Schnitzeln träumte, die nur noch von der testosterontragenden Wahlglatze als Vater, der den Hausputz wegen des abgenommen Lappens beendete, bevor ihm die Hand abfiel, getopt wurde. Der einzige Lichtblick: die etwas abseits der modernen Welt stehende, wunderbare Oma. Vom mitsingenden Publikum und durch Szenenapplaus mehr als einmal aus der Bahn geworfen, fand er in jugendlicher Unbekümmertheit wie ein alter Hase immer wieder zurück in die Spur und hatte sich den Riesenapplaus mehr als verdient.

Daß es eine Steigerung von „6 Richtige“ möglich ist, zeigten die auf sieben verstärkten, leidenschaftlichen Musiker von „Mundwerk“, die mit „Oldies but Goldies“ zum Abschluß der gelungenen Geburtstagsparty die Stimmung nochmals auf den Siedepunkt brachten.

 

 
Euer Kommentar an Matthias

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