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26. Januar 2017

 

 

Iffzer Golrdbrück' Hirsche

 

Überhaupt nicht leicht gemacht haben es sich die vier Vorstände der „Iffzer Goldbrück' Hirsche“ eine neue Fastnachtsgruppe aus der Taufe zu heben. Viel wurde recherchiert und sich auch mit den bestehenden Narrengruppierungen im Ort abgesprochen, bevor aus der Idee die Tat wurde.

Alles habe mit der traditionellen Teilnahme der Jahrgänge am sonntäglichen Fastnachtsumzug angefangen, erzählte Vorstand Fabian Eberle. Die Teilnehmer der Jahrgänge 1994 und 1995 fanden Gefallen an der Sache mit dem Gaudiwurm und wollten ihren Spaß an der Fastnacht nicht mehr missen. Ein Umzugswagen wurde angeschafft und umgebaut, mit dem die Gruppe mit Helau durch die Iffezheimer Straßen fuhr. Auf den richtig großen Umzügen im Südbadischen sind Aggregate und Zugmaschinen tabu, mußten sie bald erkennen, wie der Student weiter ausführte. So reifte die Idee, die alemannische Tradition aufleben zu lassen und eine Häsgruppe ins Leben zu rufen. Es sollte aber nicht einfach eine weitere Hexengruppe zu den vielen im Umkreis noch dazu kommen, sondern alles Hand und Fuß haben und in der Tradition stehen.

Viele Stunden beschäftigte sich die Gruppe mit der alemannischen Fasenacht. Mit Hilfe der beiden Iffezheimer Heimatbücher ersannen sie die Sage, nach der die Häs gestaltet wurde und die Gruppe ihren Namen hat:

Einst war die Pflege der Sandbach unter zwei unterschiedlichen Ämtern aufgeteilt, die darüber im Streit lagen, wie weit sie für den Bach verantwortlich waren. In der Folge verkam die Sandbach immer mehr und konnte letztendlich die Schmelzwasser aus dem Schwarzwald nicht mehr halten. Ein Jahrhunderthochwasser setzte das Iffezheimer Tiefgestade unter Wasser und ertränkte die vor vielen, vielen Jahren dort tatsächlich heimischen Hirsche. Erst Jahrhunderte später, bei der Verlegung der Sandbachmündung im Zuge der Notstandsmaßnahmen von 1933, wurden die Hirsche kurz wieder gesichtet. Flitter des Rheingoldes glitzerten im ihrem Fell, die sich im Gelb der Spättleshosen der Häsgruppe wiederfinden, in der 2017 die Hirsche als „Iffzer Goldbrück' Hirsche“ wieder auftauchten, benannt nach der bekanntesten der ab 1933 über die Sandbach gebauten Brücken.

Braune Hose, braune Jacke, braunes Felltuch und die Häs: Ein Hirschkopf mit täuschend echt wirkenden Glasaugen, gekrönt von einem echten Hirschgeweih, so präsentieren sich die Häs tragenden Mitglieder der 22 – köpfigen Gruppe. Ein nicht ganz billiger Spaß, der locker die 1 000 Euro Marke nimmt. Nach einer ausgiebigen Internetsuche ist sich Fabian Eberle ziemlich sicher, daß sie die einzige Gruppe mit einer Hirschhäs im alemannischen Raum beidseits des Rheines sind.

Mit diesem Alleinstellungsmerkmal ist es natürlich nicht verwunderlich, daß der Terminkalender der jungen Truppe gut gefüllt ist: Varnhalt, Kehl, Achern und als einen der Höhepunkte, der Häxefüür – Nachtumzug diesseits und jenseits des Rheins in den beiden Laufenburgs.

 

 

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