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30. Januar 2016

 

 

Kappenbend

 

Die Winterpause auf der Galopprennbahn nutzten Trainer (Andreas Merkel) und Jockey (Simon Nold), um in der vollen Festhalle das Publikum auf die närrische Zielgerade und launig durch die gelungene und mit zahlreichen Raketen gefeierte Mischung aus Maskenball und Prunksitzung zu führen.

„Schau, schau“! Was an dem Birnbaum wächst, der dort in der schönen Au steht, besangen Bariton Werner Kneipel und Tenor Alexander Merkel. Dabei nahmen die beiden die Zuhörer in die unendlichen Tiefen der dem „schwäbischen Maul“ entspringenden Sprache mit.

An die Spitze des medizinischen Fortschritts katapultierte der Chefarzt (Christof Leuchtner) die Iffezheimer Filiale der Schwarzwaldklinik. Der brandneue, direkt aus den USA importierte „Neutralisator“ heilte dank seiner „Wunderstrahlung“ Gebrechen jeglicher Art. Sehr zum Leidwesen von Patientin Ulrike Leuchtner, der dieser Ausbund an Ingenieurskunst all die Zipperlein der anderen Patienten (Eduarda Mayer, Karin Siegel, Renate Trietsch) übertrug. Mit großer Körperbeherrschung spielte und zum Vergnügen des Publikums erduldete sie die Wehwechen, aber bei einer Schwangerschaft war für die Duldsame dann doch Schluß.

 

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Mit Wehmut flanierte „Fensterguggerin“ Gaby Merkel durch ihre Jugenderinnerungen an die vielen durchtanzten Nächte in der möglicherweiße vom Abriß bedrohten Festhalle, bevor sie von aufgewärmtem Sonntagsbraten, ausgeliehenen Gesangbüchern und den Großeltern ermatteter Silvestergastgeber in unübersichtlichen Mehrfamilienhäusern berichtete.

Mit ihrem Lied von „Hänsel und Gretel“ verliefen sich die Herren Sänger mitnichten im Märchenwald, sondern durchstreiften die Neue Deutsche Welle zum „Da-Da-Da“ - „Skandal im Hexenhaus“ und fuhren mit dem „Sonderzug“ nach „West-Virginia“, wo - „rada rada“ - im Wagen vor ihnen die alte Hexe fuhr, die eiskalt – „aber bitte mit Sahne“ – auf dem Sondermüll landete.

Karlheinz Merkel gab den karnevalistische Höhepunkt des Abends. Als weithin unbekannter vierter „Heiliger Drei König“ folgte er in Vollzeit dem über dem Badner Land aufgegangen Stern durch die Iffezheimer Wirtschaften und trank, „weil der Herr geboren ist“, dort so manchen Williams Christ. Sternhagelvoll und mit einem, in der Hitze des Vorderen Orients geschmolzenen Backsteinkäses als Geschenk für das himmlische Kind, betrat er den Stall, den er augenblicklich mit solch einem fürchterlichen Gestank erfüllte, daß Matthäus ihn Post wendend aus dem Evangelium strich. Weshalb er auch weiterhin weithin unbekannt bleibt. Stehende Ovationen waren der gebührende Lohn des von Lachsalven geschüttelten Publikums für den exzellenten Vortrag.

In diese grandiose Stimmung platzten die in Rastatt warm gespielten Einheizer des Fanfarenzuges Iffezheim und brachten den Saal vollends zum Überkochen, in dem dann noch lange das Tanzbein zur Musik vom Marko Uhrig geschwungen wurde.

Aber nicht allein auf dem Parkett flogen die Beine: Mit Neon leuchtenden Strichen zauberten die Damen der Showtanzgruppe „Be in Motion“ ein begeisterndes Stück Magie in das Schwarzlicht der Bühne, das förmlich nach einer Zugabe rief. Neben ihren Besen schwangen die „Elchinger Hexen“ bei ihrem Walpurgistanz auch ihre Glöckchen. Ganz vernarrt in die Nordsee waren die Gärtnerinnen und Sängerfrauen (Choreographie Christine Merkel) und wollten unbedingt zurück nach Westerland, was sie dank des frenetisch Zugaben fordernden Publikums dann sogar zweimal durften. Publikum und Akteure waren sich an diesem fantastischen Abend einig: „Wo kann's schöner sein als in Iffezheim?“

 

 

 
Euer Kommentar an Matthias

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