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18. April 2016

 

 

Ratssitzung 18. April 2016

 

Verbundschule als Alternative zur „Neuen Realschule“

Mit einer Schweigeminute als Gedenken an den verstorbenen Ehrenbürger der Gemeinde Iffezheim, Karl Kronimus, begann die Ratssitzung.

Die Vorstellung der aktuellen Schülerzahlen und Neuanmeldungen nutzte Rektor Carsten Bangert, um auf die Zukunft der Maria-Gress-Schule als Verbundschule von Werkreal- und Realschule einzugehen, die sich auf Grund der noch laufenden Koalitionsverhandlungen noch nicht deutlich abzeichnet.

Aktuell besuchen 464 Schüler 18 Realschulklassen und 143 Schüler verteilen sich auf die sechs Klassen der Werkrealschule. Ein Viertel mehr Neuanmeldungen an der Werkrealschule als im vergangen Jahr verzeichnet die Maria-Gress-Schule. Einen deutlichen Einbruch gab es hingegen gegenüber den Rekordanmeldungen 2015 an der Realschule, die um 39 Schüler auf 50 Neuanmeldungen zurück ging. Vergleicht man die Zahlen jedoch mit 2014, wurden in Summe derzeit nur drei Schüler weniger als vor zwei Jahren an der Maria-Gress-Schule angemeldet. Vor allem aus Baden-Oos und Sandweier kommen heuer weniger Schüler,  was Carsten Bangert vermuten ließ, dies könne an der Umwandlung der Badener Realschule als Ganztagesschule liegen, dies müsse aber noch weiter untersucht werden. Die Verbundschule sei weiterhin gesichert, zog Bangert sein Fazit, auch wenn seit Jahren die Realschule erstmals wieder zweizügig ins neue Schuljahr starte.

Die Tendenz gehe zum neunjährigen Gymnasium, analysierte Bangert die Schülerströme und nutzte den Abend, um für die Verbundschule zu werben. Sie werde aus Tradition und Überzeugung als Halbtagesschule geführt und böte für die fünften und sechsten Klassen Nachmittags eine  Hausaufgabenbetreuung an. Die Vorteile der Werkrealschule mit ihrem Klassenlehrerprinzip lägen in den kleineren Klassen und dem dank zusätzlicher Lehrerstunden Mehr an Zeit, sich zu entwickeln. Die Realschule ihrerseits bietet Französisch als weitere Fremdsprache an, die künftig ab der sechsten Klasse auf dem Plan stehen wird. Die Verbundschule biete als Abschlüsse den Real- oder Werkrealschulabschluß nach Klasse 10 und den Hauptschulabschluß nach Klasse 9 oder 10 an. Als Ganztagesangebot habe die Schule die „teil-gebunde Ganztagesschule“ angestrebt, bei der ein Zug als Ganztagesunterricht ausgestaltet wird, für den man sich immer ein Schuljahr lang verbindlich anmelden muß. Diese Form der Ganztageschule werde von der Politik kaum gefördert und lasse sich auf Grund der geringen Zahl an zugebilligten zusätzlichen Lehrerstunden nicht umsetzen.

Kein Sitzenbleiben wird es künftig in der Orientierungsstufe, den beiden Eingangsklassen, der „Neuen Realschule“ mehr geben, ging Rektor Carsten Bangert auf die Zukunft der Realschule nach dem neuen Bildungsplan ein. Ihr schließt sich die Kursstufe der Klassen sieben und acht an, in der alle Schüler einer Klasse je zwei Stunden Deutsch, Mathematik und Englisch besuchen und in den weiteren zwei Stunden dann gemäß ihrem Begabungen unterstützt und gefordert werden. Am Ende der Klasse 8 steht dann die Entscheidung Werkreal- oder Realschule an.

In dem in Iffezheim praktizierten Modell der Verbundschule, an der alle Schüler am gemeinsamen Schulleben teilhaben, sieht die Schulleitung um Rektor Carsten Bangert eine sinnvolle Alternative zur „Neuen Realschule“.

Jedoch bleibt dem Führungstrio nicht mehr als zu warten wie in den nächsten Wochen die Weichen der Schulpolitik gestellt werden. Aber letztendlich werden die Eltern über die Zukunft der Werkrealschule und der Verbundschule entscheiden.

 Kreuzungsfrei ja, vierspurig Nein

In seiner Stellungnahme zum Bundesverkehrswegeplan 2030 sprach sich der Rat mehrheitlich gegen den vierspurigen Ausbau der B 500 zwischen dem Autobahnanschluß und der Kreuzung mit der L75 (ehemals B36) aus. Einstimmig forderte er die kreuzungsfreie Querung der L75 und den direkten Autobahnanschluß des Baden-Airpark.

Auf Anregung von Karlheinz Schäfer (SPD) aus der letzten Ratssitzung hatte die Verwaltung eine ablehnende Stellungnahme als Beschlußvorlage formuliert. Eine Lanze für den vierspurigen Ausbau brach Klaus Brenner (CDU), im Zivilberuf Polizeibeamter, und zählte die Vorteile und die für den Ausbau sprechenden zwingenden Gründe auf. Durch den Ausbau verdopple sich die Staufläche und damit verkürze sich der tägliche Feierabendstau um die Hälfte. Das Risiko eines Rückstaus bis auf die Autobahn mit einem entsprechend hohen Gefahrenpotential verringere sich in der Folge, stellte Brenner heraus. Der vierspurige Ausbau bringe eine Trennung der Fahrtrichtungen mit sich, unterstrich er den Aspekt der Verkehrssicherheit, angesichts von Smartphone am Steuer und der Überalterung der Fahrzeugführer. Darüber hinaus böte der Ausbau ein exzellentes Kosten-/Nutzenverhältnis, denn mit einem LKW-Anteil von je nach Tageszeit einem Viertel bis einem Drittel am Verkehrsaufkommen, flösse ordentlich Maut an den Bund.Der Ausbau böte auch die Chance, Lärm mindernde Maßnahmen umzusetzen. Er persönlich plädiere des weiteren für eine kreuzungsfreie Querung der L75, wie es mit dem Rotherma-Kreisel und der B462 umgesetzt worden sei.

Karlheinz Schäfer widersprach vehement und nannte den Ausbauplan „hirnrissig“, denn das Nadelöhr sei die Überquerung des Rheins. Er könne der Planung nichts Positives abgewinnen, sie sei mit normalen Menschenverstand nicht nachvollziehbar.

Sinn mache nur ein kompletter vierspuriger Ausbau bis zur französischen Autobahn, so sei er unnötig, warf Joachim Huber (CDU) in die Diskussion ein und plädierte für einen kreuzungsfreien Knotenpunkt mit der L75.

Berthold Leuchtner (CDU) konnte dem Ausbau Positives abgewinnen und machte sich ebenfalls für die Kreuzungsfreiheit stark, nur damit sei der Ausbau sinnvoll. Zur Stärkung der Region forderte er seine Ratskollegen auf, sich auch für den Lückenschluß der B3 bei Kuppenheim stark zu machen. Beatrice Müller (FWG) sah im kreuzungsfreien Ausbau die Problemlösung. Gegen die Ausbaupläne wandte sich auch Harald Schäfer (SPD) und hob die Verluste an Waldflächen hervor. Manfred Weber (FWG) verwies auf die im Bundesverkehrswegeplan vorausgesagte Steigerung des PKW-Verkehrs um 12 % und des Güterverkehr um 38%. Der künftige Verkehr müsse bewältigt werden, so Weber. Die Verhinderung des Rückstaus auf die Autobahn, „rette dem Unbekannten das Leben“.

Hubert Schneider (CDU) erinnerte an die Diskussion um den Ausbau vor zwanzig Jahren und wiederholte die damalige Forderung nach einer Überführung des Sinzheimer Weges über die B500, um den Zugang zum Oberwald zu erhalten.

Einigkeit bestand im Rat, den direkten Anschluß des Baden-Airparks an die Bundesautobahn zu fordern, ebenso wie den Lückenschluß der B3 bei Kuppenheim und die kreuzungsfreie Querung von B500 und L75. Neun Räte sprachen sich gegen den vierspurigen Ausbau der B500 zwischen Autobahn und L75 aus, fünf Räte votierten dafür.

Karlheinz Schäfer war recht erzürnt darüber, daß der Brief des evangelischen Pfarrers Michael Winkler, in dem er sich über die Terminüberschneidung von Gottesdienst und Neubürgerempfang und die ausgebliebene  Einladung beschwerte, zeitgleich den Räten und der Presse zugeschickt wurde. Ein Griff zum Telefon hätte genügt, um sich über eine mögliche Beteiligung am Neubürgerempfang zu informieren, schließlich sei der Termin seit langem bekannt gewesen. Man müsse miteinander reden, richtete er sein Wort an dessen Frau, Gemeinderätin Andrea Winkler. Diese griff Schäfers Worte auf und forderte ihn auf, zum Telefon zu greifen, denn der Brief sei Sache ihres Mannes und nicht die ihre.

Wohl noch 2-3 Jahre werden sich die Pendler aus dem Unterdorf und die Rennbahnbesucher gedulden müssen, bis der zweite Sanierungsabschnitt des Geggenauweges – von der Tierklinik bis zur NATO-Straße – in Angriff genommen wird, anrwortete Bürgermeister Peter Werler auf die Nachfrage eines Bürgers zum Ende der Ratssitzung. Auf Grund der anstehenden hohen Investitionen sei der Geggenauweg in der Reihenfolge nach hinten gerutscht. Einige Löcher seien mit Asphalt gestopft worden.

Manfred Schwarz gab bekannt, daß er die Demonstration für einen Radweg über den Rhein nicht mehr anführen werde und dankte dem Rat und der Verwaltung für ihre Unterstützung.  

 

 

 
Euer Kommentar an Matthias

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