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16. Januar 2016

 

 

Bernhard Hauns erschafft in Iffezheim

 

Wenn man durch die Iffezheimer Karlstraße schlendert, reckt sich einem – kurz vor der „Saugasse“ - etwas wie ein altehrwürdiges Wirtshausschild entgegen. Drucklufttanks, Ketten und Zahnräder formen sich zu Flossen, Schuppen und zahnbewehrtem Kopf eines Tiefseebewohners, der der schier unerschöpflichen Schaffenskraft entsprungenen scheint. Jedoch steht der Besucher beim Öffnen der Tür mitnichten im Schankraum einer Gaststätte, sondern stößt das Tor zur Phantasiewelt des gebürtigen Wintersdorfers Bernhard Hauns weit auf.

 

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Vom Giebel der früheren Wurstküche grüßt Matrose Popeye. Ein Leuchtturm grüßt von der Stallwand. Links neben der Hofeinfahrt reckt sich ein metallenes Seepferd gen Himmel, auf dessen Rücken ein alter Traktorsitz auf den Steuermann aus Kapitän Nemos Mannschaft harrt, erläutert der Künstler, der den Gast in farbbekleckster Arbeitskluft begrüßt. Das Unterwasserfahrzeug aus „20 000 Meilen unter dem Meer“ habe er ursprünglich auf dem Wintersdorfer Kunstpfad ausgestellt, der leider viel zu weit abseits liege. Hier, direkt an der Straße,  erreiche er ein größeres Publikum. Der Fisch ist seine neueste Plastik, die er im gerade zu Ende gehenden Urlaub im Stile des „Steam Punk“ erschaffen hat. Sie ist ebenfalls durch das Buch des französischen Visionärs Jules Verne inspiriert und erst vor ein paar Tagen am Haus, in dem er und seine Frau mit Hund und Katz' seit zwei Jahren wohnen, angebracht worden. Haus, Werkstatt, Stall, Schopf und Scheune bieten reichlich Platz für sein Hobby. Es sei mehr als ein Hobby, verbessert Hauns, es sei eine Leidenschaft.

Ins Renndorf habe ihn seine Liebe zu den Pferden, die sich neben maritimen Themen oft in seinen Werken finden,  geführt, so der gelernte Schreiner, dem das Malen in die Wiege gelegt wurde. Vater und Großvater hätten die Malerei bereits im Blut gehabt, jedoch ihre Talente nicht genutzt. Sein Urgroßvater soll der Familiensaga nach gar Glasmaler am Straßburger Münster gewesen sein, wofür es aber keine Belege gebe. An seine Töchter sei das Talent ebenfalls weiter gegeben worden.

Seine „Karriere“ habe in den Siebzigern mit dem Bemalen von Autos begonnen. Zunächst noch mit dem Pinsel in der Hand, später dann mit dem Airbrush. Als dessen Ära zu Ende ging und die phantasievolle Malerei von Ralley - Streifen und Tribals auf Folien abgelöst wurden, habe er sich der Wand- und Deckengemälde erinnert, die er bereits in seinen Lehrjahren als Schreiner bei den Arbeiten in Kirchen bewundert hatte. Die Fassaden- und Wandmalerei sei zu seinem neuen Arbeitsfeld geworden. Auf Grund der hochwertigen Materialien gibt er seinen Werken eine Lebensdauer von 30 – 50 Jahren. Einige davon sind in der Haupt- und Neuen Straße in Wintersdorf zu bestaunen.

Über die Studien der Arbeiten von Da Vinci und Michelangelo hat er eine eigene Fresco - Technik um Gips und Marmormehl entwickelt, die er wie Ölgemälde auf Platten aufbringt. Viele seiner nach Feierabend und im Urlaub entstandenen Werke, deren Fotos mittlerweile Bände füllen, sind im Innenbereich entstanden und daher nur einem jeweils kleinen Kreis bekannt.

Ganz anders das, was er seit einigen Jahren hauptberuflich erschafft. Nach einer Herz-OP und dem damit verbundenen Ende seiner Schreinerlaufbahn, kam er auf Vermittlung von Bekannten aus dem Bühler Raum, für die er viele Jahre Fasnachtswagen kreiert hatte, an den Europa Park in Rust. Dort arbeitet er vor und hinter den Kulissen und erschafft  mit  Illusionsmalerei neue Welten wie das „Volo DaVinci“. Die von ihm geschaffene Kulisse zu „Immer wieder sonntags“ ist Millionen Fernsehzuschauern bekannt. Sein neuestes Werk in Rust ist die fotorealistische Darstellung der Hauptattraktionen des Parks, Eurosat, Euro-Mir und Blue Fire, auf der Außenwand des Bauhofes.

 

 
Euer Kommentar an Matthias

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